Kategorie: Schuld und Scham

Schuld und Scham sind stille Begleiter vieler traumatisierter Menschen – oft tief verankert, oft unbegründet, aber dennoch mächtig. In meinem Blog schreibe ich über das lähmende Gefühl, falsch zu sein. Über die innere Stimme, die verurteilt, obwohl man selbst Opfer war. Über Situationen, in denen man sich schuldig fühlt, obwohl man nichts falsch gemacht hat. Und über die Scham, die sich wie ein Schleier über das eigene Leben legt – ausgelöst durch Gewalt, Missbrauch, psychische Erkrankung oder gesellschaftliche Stigmatisierung.
Ich schreibe ehrlich und direkt – weil Schuld und Scham nur dann ihre Macht verlieren, wenn wir beginnen, über sie zu sprechen. Für alle, die sich selbst verurteilen, obwohl sie längst Mitgefühl verdient hätten.

  • Wenn mein letzter Halt zu wanken beginnt

    Mäusje, mein über alles geliebter Kater, hat die Diagnose Lungentumor bekommen. Mit ihm steht und fällt mein letzter Halt, den ich noch habe.

    Ich kämpfe nun seit meiner Kindheit gegen die Depression und viele andere psychische Leiden. Seit 2008 ist mein Kater Mäusje noch mein letzter Halt. Er ist da, wo andere schon lange gegangen sind. Für ihn stehe ich morgens auf und er ist der Grund, warum ich überhaupt noch kämpfe. Doch vor knapp einer Woche hat Mäusje die Diagnose Lungenkrebs bekommen. Die Diagnose hat mich nun endgültig in ein tiefschwarzes Loch gerissen, von dem ich davor nur zwei Schritte entfernt war. Seit letztem Dienstag bin ich nur noch am Heulen oder ich fühle gar nichts mehr. Alles ist so surreal, ich komme mir vor wie in einem schlechten Horrorfilm.

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  • Depression – Mein Schlaf-Wach-Rhythmus außer Kontrolle

    Illustration einer genervten Uhr mit Schlafmütze um 2 Uhr in der Nacht, Symbol für gestörten Schlaf-Wach-Rhythmus.

    Seit Monaten geht es mir kontinuierlich immer schlechter. Diese Woche war wieder ganz schlimm: Dissoziation während des Autofahrens und Flashbacks über den ganzen Tag verteilt. Ich kam einfach nicht zur Ruhe, mein ganzer Körper stand unter Dauerfeuer. Die Depression hat mich wieder fest im Griff und das wirkt sich auch auf meinen Schlaf-Wach-Rhythmus aus, der seit vielen Wochen wieder komplett außer Kontrolle ist.

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  • Zurück ins Leben ohne Zwang – ein Versuch

    Mann mittleren Alters geht allein auf einem Waldweg bei Sonnenlicht – Symbol für Selbstfindung und Rückkehr zur Bewegung ohne Zwang.

    Das hier ist kein Text, den ich geplant habe. Er ist einfach entstanden, weil ich gemert habe, dass ich mich wieder völlig verliere. Dass ich funktioniere, aber nicht mehr lebe. Und dass ich das nicht mehr will. Es geht nicht um große Ziele. Es geht um kleine Schritte. Um das Wiederfinden von etwas, das mal da war. Vielleicht kommt es nicht genauso zurück. Aber vielleicht anders. Und vielleicht ganz ohne Zwang.

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  • Antidepressiva & Sexualität: Wenn die Lust verloren geht

    Emotional distanziertes Paar liegt distanziert im Bett, beide wirken nachdenklich und traurig wegen Sexunlust durch Antidepressiva.

    Seit 2008 gehören Antidepressiva zu meinem Alltag – Medikamente, die oft als „Glückspillen“ bezeichnet werden. Mit 16 begann ich meine erste Behandlung mit Psychopharmaka. Damals spürte ich bereits erste Veränderungen in meinem sexuellen Empfinden, doch die Auswirkungen schienen zunächst nebensächlich. Je älter ich wurde, desto deutlicher traten die Nebenwirkungen zutage – besonders die emotionale Distanz und der schleichende Verlust der Libido. Was einst kaum ins Gewicht fiel, entwickelte sich über die Jahre zu einem stillen Begleiter mit spürbaren Folgen.

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  • Depression und Antriebslosigkeit

    Unaufgeräumter Raum mit halb gemachtem Bett, Lichtstrahl fällt durch Fenster auf verstreutes Geschirr

    Depression ist mehr als nur Traurigkeit. Sie ist ein Zustand, der den Alltag zersetzt, die Energie raubt und selbst einfache Aufgaben zu unüberwindbaren Hürden macht. Einige Menschen haben vielleicht eine Vorstellung davon, was psychische Erkrankungen bedeuten – doch die Realität ist oft viel komplexer, viel stiller und viel lähmender, als man von außen erkennen kann.

    In diesem Beitrag schreibe ich offen über meine Erfahrungen mit Depression und Antriebslosigkeit. Ich erzähle, wie sich dieser Zustand wieder seit Monaten in mein Leben geschlichen hat, wie er mich körperlich und seelisch erschöpft und wie ich versuche, damit umzugehen – Schritt für Schritt, Tag für Tag.

    Es ist ein Versuch, Verständnis zu schaffen. Für mich selbst, für andere Betroffene und für jene, die vielleicht zum ersten Mal wirklich zuhören.

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