
Die letzten Monate waren für mich eine sehr schwere Zeit. Seit meiner Rückkehr aus der Psychiatrie versuche ich, meinen Alltag Stück für Stück wieder zusammenzusetzen – oft mit mehr Fragen als Antworten, oft mit mehr Erschöpfung als Kraft. Zwischen tiefer Trauer, innerer Unruhe und dem Gefühl, nur noch zu funktionieren, suche ich nach Momenten, die mich tragen. In diesem Beitrag möchte ich offen darüber sprechen, wie es mir seitdem wirklich geht, was mich belastet, was mir hilft und wie ich versuche, meinen Weg zurück ins Leben zu finden.
21 Wochen wieder zu Hause
Ich bin nun seit fast 21 Wochen wieder zu Hause. Elf Wochen war ich in der Psychiatrie – von Oktober 2025 bis Januar 2026 – und seitdem versuche ich, mich irgendwie im Alltag zurechtzufinden. Die letzten Monate waren geprägt von tiefer Depression, von einer lähmenden Trauer um meinen Seelenkater Mäusje. Ich hatte überhaupt keinen Antrieb. Alles fühlte sich schwer an, jeder Schritt, jeder Gedanke, jede Bewegung. Trotzdem habe ich mich ein paar Mal dazu zwingen können, spazieren zu gehen. Auch wenn es jedes Mal ein Kraftakt war, der sich anfühlte, als würde ich gegen einen Sturm ankämpfen. Alles fällt mir unheimlich schwer. Körperpflege, Haushalt, Essen – selbst die kleinsten Dinge fühlen sich an, als müsste ich einen Berg hochschieben. Trotzdem schaffe ich jeden Tag ein kleines bisschen. Manchmal ist es nur das Aufstehen. Manchmal nur etwas essen. Aber es ist etwas. Mein Essverhalten ist auch völlig durcheinander. Nach dem Aufstehen kann ich überhaupt nichts essen. Der Hunger kommt oft erst am Abend und so esse ich meistens nur einmal am Tag, und dann kommt das Binge Eating voll durch. Junkfood, weil ich keine Kraft zum Kochen habe. Mein Schlafrhythmus ist genauso gestört. Ich schlafe sehr oft erst gegen vier Uhr morgens ein und liege dann – auch wegen der starken Medikamente – bis zum Mittag im Bett. Der Schlaf ist fragmentiert, und morgens beginnt die innere Unruhe. Sie ist nicht mehr so schlimm wie direkt nach der Psychiatrie, aber sie ist da. Mein Nervensystem hat sich etwas beruhigt, und trotzdem schaffe ich es erst mittags aufzustehen.
Kleine Lichtblicke
Immerhin gibt es einen Lichtblick: Letzte Woche habe ich es an vier Tagen geschafft, spazieren zu gehen. Und ich merke, dass mir die Natur mehr Kraft und Ruhe gibt, als es je ein Medikament oder eine Therapie könnte. Trotzdem kostet es mich jedes Mal enorm viel Kraft, mich dazu zu zwingen. Aber irgendwo bin ich auch stolz darauf, dass ich es schaffe – trotz allem. Meinen Haushalt schaffe ich gerade so irgendwie. Jeden Tag ein kleines bisschen: Montags abstauben, dienstags saugen, mittwochs Boden wischen, donnerstags Geschirr aus dem Geschirrspüler räumen, freitags das Bad putzen. Jeden Tag meine Kraft einteilen, so wie es gerade noch geht. Eine Woche funktioniert es, eine andere Woche wieder nicht. Und alles fühlt sich so schrecklich mechanisch an. Ich funktioniere nur noch. Innerlich bin ich völlig leer. Wie tot. Ich hoffe, dass mir die Natur wieder etwas Kraft zurückgibt. Dass nicht alles ein enormer Kraftaufwand bleibt. Denn diese ständige Erschöpfung frisst mich auf.
Die Trauer um Mäusje
Und dann ist da die große Trauer um Mäusje. Sie hält mich immer noch fest umklammert. Ich vermisse ihn so sehr. Er fehlt mir jede Sekunde und die vielen schönen Kuschelstunden mit ihm. Zu Hause ist alles nur noch so fürchterlich still geworden. Kein Schnurren mehr, kein Miauen, keine Pfoten, die man bedächtig über den Boden tapsen hört. Keine Routinen mehr, die mir im Alltag Halt und Struktur gegeben haben. Kein Mäusje mehr, der mir Sinn in meinem Leben gegeben hat. Für ihn bin ich morgens aufgestanden, wegen ihm bin ich doch noch geblieben. Und jetzt ist da nur noch eine unerträgliche Leere. Eine Leere, die mich fast völlig verschlingt. Seit er gestorben ist, sind auch meine dissoziativen Zustände schlimmer geworden. Es gibt Tage, an denen fühle ich mich komplett abgetrennt von meinem Körper und meiner Umwelt. Alles wirkt fremd, wie ein schlechter Film, wie Nebel. Ich funktioniere wie ein Roboter, innerlich abgeschnitten von allem.
Die dunklen Gedanken
In den letzten Monaten kamen auch Suizidgedanken immer wieder vor. Gerade vorgestern hatte ich wieder so einen Moment. Ich hatte ein Messer in der Hand und dachte: Ich könnte es mir einfach ins Herz stecken, und dann wäre alles vorbei. Endlich Ruhe, kein Kämpfen mehr. Keine Schmerzen mehr, keine Trauer, keine Depression – einfach nur Ruhe. Für immer. Aber irgendetwas hält mich dann doch zurück. Irgendetwas in mir weigert sich anscheinend, aufzugeben. Und auch wenn es schwer ist, dieser Teil ist offenbar noch da. Ich sage das nicht, um jemanden zu erschrecken, sondern weil es Teil meiner Realität ist. Teil dessen, wie es mir geht. Es zeigt meinen alltäglichen Kampf mit Gedanken und Gefühlen, die meine harte Realität sind.
Ein Blick nach vorn – so gut es geht
Ich wünsche mir, dass die nächsten Wochen und Monate etwas besser werden. Dass ich mich nicht mehr zu allem zwingen muss. Dass mir Dinge wieder leichter fallen. Dass ich mich wieder echter fühle. Nicht mehr fremd. Wieder da. Wieder mehr Realität. Ich wünsche mir, dass die dissoziativen Zustände weniger werden. Dass ich wieder Kraft finde, mir etwas Gesundes zu kochen. Dass ich wieder abnehme, denn über 80 Kilo zu wiegen fühlt sich für mich einfach nicht gut an. Ich fühle mich nur noch ekelhaft in meiner eigenen Haut. Ich hoffe, dass die innere Unruhe weniger wird. Dass mein Schlaf besser wird. Mein Antrieb. Mein Leben.
In diesem Sinne wünsche ich euch nur das Beste.
Euer Patrick.
Wenn du selbst mit Gedanken an Suizid kämpfst oder unter Depressionen leidest, dann wende dich bitte an eine professionelle Beratungsstelle oder den telefonischen Notdienst der Seelsorge:
(Bild wurde mit KI von Microsoft Copilot generiert)

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