Wie viel Sex macht wirklich glücklich? Und wie sieht es bei Depressionen aus?

Zwei ineinander verschlungene Hände als Symbol für Intimität, Sex, Vertrauen und gegenseitige Akzeptanz

Sex ist ein Thema, über das viele reden – und doch bleibt es oft voller Unsicherheiten, Erwartungen und Mythen. Wie viel Sex braucht man, um glücklich zu sein? Gibt es eine „richtige“ Häufigkeit? Und was passiert, wenn psychische Erkrankungen wie Depressionen das Verlangen verändern oder ganz verschwinden lassen?

In diesem Beitrag möchte ich ehrlich und persönlich über meine Erfahrungen sprechen – über Studien, die versuchen, Glück zu messen, über das, was sie nicht erfassen können, und über die Realität, die für jeden Menschen anders aussieht. Denn Sexualität ist individuell. Und manchmal ist das, was wirklich glücklich macht, nicht messbar – sondern spürbar.

Wie viel Sex macht glücklich – die große Frage?

Wer hat sich nicht schon mal gefragt, wie oft man eigentlich Sex haben sollte, um glücklich zu sein – sei es in einer Beziehung oder auch außerhalb? Laut einer kanadischen Langzeitstudie reicht einmal pro Woche völlig aus. Mehr als das bringt laut den Befragten keinen zusätzlichen Glücksgewinn. Die Forscher fanden heraus, dass Paare, die einmal wöchentlich Sex haben, am zufriedensten mit ihrer Beziehung und ihrem Leben sind. Häufigerer Sex erhöhte das Glücksgefühl nicht weiter.1

Aber was sagen solche Studien wirklich aus? Meiner Meinung nach: nicht viel. Jeder Mensch hat ein anderes Bedürfnis nach Nähe, Intimität und Sexualität. Und selbst wenn die Studie repräsentativ sein soll – wer sagt denn, dass die Befragten bei einem so persönlichen Thema wirklich ehrlich antworten? Sexualität ist individuell. Punkt. Und genau deshalb sind solche Zahlen zwar interessant, aber nicht allgemeingültig.

Depression und das Verlangen nach Sexualität

Hier wird’s komplexer – denn bei Depressionen verändert sich das sexuelle Verlangen oft drastisch. Wer in einer depressiven Phase steckt, denkt meist nicht mal mehr an Sex. So geht es auch mir. Die Lust auf körperliche Nähe verschwindet und selbst der Gedanke daran wirkt anstrengend. Der Antrieb fehlt, und Medikamente wie Antidepressiva tun ihr Übriges – sie können die Libido stark dämpfen, bis hin zur Unfähigkeit, Orgasmen zu erleben und Errektionen aufrecht zu erhalten. Dann wird Sex nicht zur Quelle von Glück und Lust, sondern eher zur Belastung und Frust. All das habe ich schon mehrfach selbst erlebt. Selbst „nur“ einmal pro Woche kann dann zu viel sein.

Auch Versagensängste spielen eine Rolle – so wie es bei mir der Fall ist. Und doch gibt es auch Phasen – kenne ich selbst –, in denen die Lust plötzlich wieder da ist. Manchmal ist Sex sogar das Einzige, was einem noch Freude bereitet. Für manche kann er Druck abbauen oder zumindest für kurze Zeit das Gefühl von Lebendigkeit zurückbringen. Bei manisch-depressiven Menschen kann das Bedürfnis nach Sex sogar übermäßig stark werden – bis hin zur Sucht oder zu riskantem Verhalten.2

Bei mir wechseln sich Phasen von „gar keine Lust“ und „mehrmals die Woche Lust“ ab. In Beziehungen kann das natürlich zu Konflikten führen. Wenn ein Partner Lust hat und der andere – etwa wegen Depression – gar nicht, sind Diskussionen oft vorprogrammiert. Seit nun fünf Jahren muss ich mir darüber keine Gedanken mehr machen, denn ich bin seit 2020 Single und habe auch keinerlei Bedürfnis nach einer Partnerschaft – ganz im Gegenteil, ich blocke jede Annäherung sofort ab.

Wie viel Sex macht nun glücklich?

Ich sag’s euch ehrlich: Es gibt keine pauschale Antwort. Jeder Mensch hat eine eigene Libido, eigene Bedürfnisse und eine eigene Vorstellung von Sexualität. Was für den einen zu viel ist, ist für den anderen gerade richtig. Studien wie die oben genannte liefern interessante Impulse, aber sie sagen nichts darüber aus, was individuell glücklich macht.

Wichtig ist, dass man sich selbst und den Partner respektiert. Niemand sollte sich zu Sex gedrängt fühlen – und niemand sollte sich schlecht fühlen, wenn er gerade keine Lust hat. Eine harmonische Beziehung, Partnerschaft oder Freundschaft mit gewissen Vorzügen – jeder wie er mag – ist das, was wirklich glücklich macht.

Und für alle, die glauben, dass nur täglicher Sex glücklich macht: Benutzt eure Fantasie. Und eure Hände. Auch Selbstbefriedigung kann ein Weg zu mehr Zufriedenheit sein – ganz ohne Druck.

Bleibt ehrlich zu euch selbst.

Euer
Patrick

  1. Muise, A., Schimmack, U., & Impett, E. A. (2016).
    „Sexual Frequency Predicts Greater Well-Being, But More is Not Always Better“
    Veröffentlicht in Social Psychological and Personality Science, Vol. 7(4), pp. 295–302. ↩︎
  2. Springer Medizin – Fachbuchkapitel:
    Besonderheiten von Sexualität bei psychischen Störungen↩︎

(Bild wurde mit KI von Microsoft Copilot generiert)

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