Wieder auf dem Weg – ein kleiner Sieg über die innere Schwere

Ein Wanderer im Wald auf der Nohener-Nahe-Schleife

Manchmal braucht es nur einen kurzen Moment der Überwindung, um etwas in Bewegung zu bringen – im wahrsten Sinne des Wortes. Nach einer langen Phase der Antriebslosigkeit und inneren Unruhe habe ich es heute endlich geschafft, meine Wanderschuhe zu schnüren und loszugehen. Es war keine spektakuläre Tour, kein sportlicher Rekord – aber für mich ein ganz persönlicher Meilenstein. In diesem Beitrag nehme ich euch mit auf meine Wanderung durch die wunderschöne Natur rund um den Eborner Berg und die Traumschleife Nohener-Nahe-Schleife. Ich erzähle, warum dieser Tag für mich weit mehr war als nur ein Ausflug ins Grüne. Vielleicht erkennt sich der ein oder andere ja wieder – in der Sehnsucht nach Ruhe, im inneren Ringen mit sich selbst oder in der stillen Freude über kleine, aber bedeutende Erfolge.

Ein Schritt zurück ins Leben

Heute war ich, nach langer Zeit, endlich mal wieder wandern. Die letzten Wochen und Monate – ja, fast ein ganzes Jahr – war ich kaum noch draußen unterwegs. Es fehlte mir einfach an Kraft und vor allem an Antrieb. Auch heute war der nicht plötzlich da, aber ich habe mir sprichwörtlich in den Hintern getreten. Und was soll ich sagen? Natürlich hat es gutgetan.
Ich hatte endlich wieder das Gefühl, etwas geschafft zu haben – trotz fehlender Motivation. Ich war draußen in der Natur, die ich so liebe. Besonders im Frühling und Sommer, wenn alles blüht, die Luft erfüllt ist von frischen Düften und die Vögel ein kleines Konzert geben. All das wärmt mein Herz und tut meiner Psyche gut. Vor allem aber hilft es, diese enorme innere Unruhe zu lindern.

Die Route: Natur pur und stille Pfade

Für heute hatte ich mir eine knapp 12 Kilometer lange Tour ausgesucht. Vom Eborner Berg bei Dienstweiler ging es über den Radweg Richtung Hoppstädten-Weiersbach und dann über die Bergsiedlung auf die Traumschleife Nohener Nahe Schleife – ein idyllischer, wild-romantischer Wanderweg entlang der schönen Nahe. Ich bin allerdings nicht die komplette Schleife gelaufen, sondern habe eine Abkürzung direkt nach Nohen genommen und bin von dort über den Mühlenweg wieder auf die Traumschleife gestoßen.

Nahe führt kaum noch Wasser

Anstrengung und Ausblick

Nach etwa zwei Kilometern führte der Weg durch ein eng eingeschnittenes, wildes Tal mit einem kleinen Bachlauf – wunderschön, aber auch anstrengend, denn es ging steil bergauf. Nach ein paar hundert Metern auf ebenem Weg kam der letzte Anstieg: die letzten zwei Kilometer zurück zum Eborner Berg, vorbei an der Nohener Ranch, wo meist Alpakas und Pferde stehen. Am Ende standen 11,91 Kilometer auf der Uhr.

Grenzen spüren – und verschieben

Da ich, wie eingangs erwähnt, lange keine Touren mehr gemacht habe, war mein Puls entsprechend am Limit. Ich merke deutlich, wie sehr meine Kondition gelitten hat. Aber ich hoffe, das ändert sich bald wieder – der Wetterbericht sieht gut aus, auch wenn es sehr heiß werden soll. Die Hitze war heute auch ein Thema: Ich habe sie unterschätzt und – wie so oft – nichts zu trinken dabei gehabt. Nicht ideal für den Kreislauf, aber es ging, da ich vorher gut hydriert war.

Zwischen Erfolg und Selbstzweifel

Ich hoffe, ich kann euch in Zukunft wieder öfter von meinen Touren berichten – ohne es gleich zu übertreiben. Denn momentan meldet sich auch wieder meine atypische Anorexie. Durch Binge Eating habe ich massiv zugenommen – zumindest fühlt es sich so an. Die Waage zeigt wieder über 80 Kilo bei 1,80 m Körpergröße. Aber heute will ich versuchen, den kleinen Erfolg zu genießen – auch wenn mir das schwerfällt. Ich sehe solche Leistungen oft als selbstverständlich an. Doch ich muss lernen, dass es eine große Leistung ist, mit einer psychischen Erkrankung den inneren Dämonen die Stirn zu bieten und überhaupt vor die Tür zu gehen.

Ein neues Hobby?

Übrigens: Die beiden Bilder, die ich heute gemacht habe, sind auch etwas Besonderes. Eines davon habe ich mit künstlicher Intelligenz bearbeitet – der Wanderer darauf war im Original gar nicht zu sehen. Bildbearbeitung mit KI könnte ein neues Hobby von mir werden. Ich bin fasziniert, was daraus geworden ist.

Zum Schluss

In diesem Sinne: Habt noch einen schönen Sommerabend, viel Spaß und genießt das Wetter.
Euer Patrick

Hier das Originalbild von oben:

Eine Brücke über einen kleinnen Bachlauf
Eine Brücke führt auf der Nohener Nahe Schleife über einen kleinen Bachlauf.

2 Kommentare

Kommentare

2 Antworten zu „Wieder auf dem Weg – ein kleiner Sieg über die innere Schwere“

  1. Lieber Patrick, mich erstaunt es auch immer wieder neu, welche Wirkung die Natur auf mich hat. Es ist, als würde ich mich jedes Mal neu „in den Hintern“ treten müssen, nur um dann festzustellen, wie wohltuend es ist, mich dem Wandern, der Bewegung, den Gerüchen, Geräuschen und dem Farbspektakel des Waldes hinzugeben. Die Kombination aus diesem Erleben, welches nur möglich ist, wenn ich es schaffe, mich zu überwinden, ist für mich wirklich jedes Mal gepaart mit dem Empfinden von Freude und Glück. Ich „sammle“ diese Momente, um mich immer wieder an sie zu erinnern, weil die Erinnerung mir hilft zu erkennen, dass auch ich in der Lage bin, Glück und Freude zu empfinden. KI-Bildbearbeitung finde ich in diesem Zusammenhang ein dem Leben zugewandtes Hobby, es macht Spaß, fasziniert und die Erinnerung an das Erlebte vertieft sich noch ein wenig mehr. Danke fürs Mitnehmen auf diese Wanderung. Ich mag das Nahetal auch sehr gern.
    Liebe Grüße, Sylvia

  2. Hallo liebe Sylvia.
    Vielen Dank für den lieben Kommentar. Ich habe gerade auch in Ihrem Blog gesehen, wie sehr sie der Natur verbunden sind und man liest es auch sofort aus Ihren Kommentar. Die Natur ist auch der einzige Raum, in dem ich mich einigermaßen wohlfühlen kann, ohne eine Gefahr zu wittern. Leider kann ich das aber noch nicht so richtig genießen – ich bin auf meinen Wandertouren immer so getrieben davon, sportliche Leistung zu erbringen. Trotzdem merke ich, dass es mir auf eine Art und Weise guttut, um wenigstens meine enorme innere Unruhe ein wenig zu besänftigen. Und das Eine oder Andere kann ich dann auch schon mal genießen, wie die Düfte und das Konzert der Vögel.

    Liebe Grüße und einen schönen Sonntag,
    Patrick

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