Antidepressiva: Außer Spesen nichts gewesen

- Person sitzt nachdenklich im Halbdunkel eines Raumes, beleuchtet von sanftem Licht durch ein kleines Fenster – Sinnbild für Depression und Hoffnung
- Untertitel: Zwischen Dunkelheit und Licht – ein Moment der Stille inmitten innerer Kämpfe
- Beschreibung: Dieses Bild zeigt eine nachdenkliche Person allein in einem abgedunkelten Raum, nur vom Licht eines kleinen Fensters sanft erleuchtet. Die Szene symbolisiert den inneren Zustand bei Depression und PTBS – von tiefer Erschöpfung bis zum zarten Schimmer der Hoffnung. Das Bild transportiert Emotionalität und Nachdenklichkeit, ohne dabei die Würde oder Menschlichkeit der dargestellten Person zu verlieren.
Wenn du magst, kann ich daraus auch ein passendes Titelbild für einen Artikel gestalten.

Wenn man an Antidepressiva denkt, verbindet man sie oft mit Hoffnung – auf Stabilität, auf ein Stück Normalität, auf das Zurückfinden ins Leben. Doch was passiert, wenn diese Hoffnung immer wieder enttäuscht wird? Wenn Medikamente nicht helfen, sondern schaden? Wenn Therapieversuche scheitern und man trotzdem weitermacht, einfach weil man keine Wahl hat?
In diesem Text teile ich meine Erfahrungen mit Psychopharmaka, Elektrokrampftherapie und der ständigen Suche nach Linderung einer Krankheit, die sich tief in meiner Geschichte verwurzelt hat. Es ist ein ehrlicher Bericht über Nebenwirkungen, Rückschläge und die zermürbende Realität einer komplexen posttraumatischen Belastungsstörung – aber auch über das, was bleibt, wenn alles andere nicht hilft: Durchhalten.

Der Titel mag zunächst irritieren, aber mit „Spesen“ meine ich schlichtweg die Nebenwirkungen. Spätestens jetzt sollte klar sein, worauf ich hinauswill.

Ein langer Weg mit wenig Wirkung

Seit vielen Jahren nehme ich diese Pillen – regelmäßig seit 2008. Zwischen 2008 und 2020 wurden bei mir zahlreiche Antidepressiva ausprobiert, ebenso Neuroleptika, Phenylethylamine wie Medikinet Adult, Antikonvulsiva wie Lamotrigin und noch einige Off-Label-Medikamente. Alles ohne Erfolg. Manche Präparate haben meine Depression eher verschlimmert als gelindert.

Mirtazapin – Schlaf naja, Hilfe nein

Seit über 17 Jahren nehme ich abends 30 mg Mirtazapin zum Einschlafen. Die helfen mir zwar beim Einschlafen so einigermaßen, haben mir in der Vergangenheit aber auch schon über 30 kg zusätzlich eingebracht. Zudem scheint das Medikament meine Knochen angegriffen zu haben – im Januar 2012 zog ich mir einen offenen Unterschenkelbruch zu. Es gibt Berichte über vermehrte Knochenbrüche im Zusammenhang mit Mirtazapin, was als mögliche Nebenwirkung gilt. Eine spürbare antidepressive Wirkung habe ich dagegen nie erlebt.

Begleitmedikation mit Nebenwirkungen

Zusätzlich nehme ich 25 mg Melperon und bei Bedarf 15 mg Chlorprothixen. Von Melperon und Chlorprothixen kann ich allerdings nicht mehr als diese Dosierung einnehmen, sie lösen bei mir heftiges Herzrasen aus. Letztlich hatten all diese Medikamente nur Nebenwirkungen. Viele führten zu Gewichtszunahme, was meine Essstörung massiv triggert. Andere wiederum lösten extreme innere Unruhe aus – und die begleitet mich ohnehin schon seit Langem.

Elektrokrampftherapie – ein Lichtblick mit Schatten

Im Jahr 2020 erhielt ich dann in der Psychiatrie Idar-Oberstein meine erste Elektrokrampftherapie, mit einer Serie von insgesamt 8 EKT´s. Sie konnten mich immerhin kurzfristig aus dem ganz tiefen Loch mit Suizidgedanken holen. Leider blieb die erhoffte Langzeitwirkung aus. Schon nach ein paar Tagen danach rutschte ich wieder immer mehr in dieses dunkle Loch der Depression. Diese Therapieform ist nicht nur körperlich und seelisch fordernd, sondern bringt auch erhebliche Nebenwirkungen mit sich – darunter Erinnerungslücken bis hin zu temporärem Gedächtnisverlust. Auch wenn diese Nebenwirkungen laut Fachmeinung nicht dauerhaft sein sollen, hielten sie bei mir über Monate an. Manche Erinnerungen aus dieser Zeit fehlen mir bis heute. Und genau das ist der Grund, warum ich eine Erhaltungstherapie mit Elektrokrampf nicht lange durchstehen würde – vor allem mit so einem ungewissen Ausgang. Zudem wird in Idar-Oberstein eine Erhaltungstherapie auch nicht wirklich angeboten, dafür müsste ich jedes Mal viele Kilometer in die Uniklinik Mainz oder Homburg – das ist für mich psychisch nicht machbar.

Der Ursprung sitzt tiefer

All diese Versuche – Medikamente, Therapien, sogar Elektrokrampfbehandlungen – haben meine Hoffnung auf Besserung schwinden lassen. Wie soll sich auch eine Depression bessern, wenn ihre Wurzel in einer komplexen posttraumatischen Belastungsstörung liegt? Keine Tablette, keine Behandlung kann meine Vergangenheit auslöschen. Auch eine Elektrokrampftherapie schafft das nicht.

Was bleibt: Durchhalten

Und so bleibt mir nur eines: durchhalten. Wie genau das gehen soll, weiß ich selbst nicht mehr – vor allem, wenn nichts wirklich eine Erleichterung bringt.

(Bild wurde mit AI von Microsoft Copilot generiert)

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