
Es kostet Überwindung, offen über seelische Verletzungen, Einsamkeit und innere Blockaden zu schreiben – und doch ist es oft genau dieser Schritt, der Trost spenden oder andere erreichen kann. In den folgenden Zeilen teile ich sehr persönliche Gedanken über den Einfluss meiner Depression auf mein Liebesleben, meine sozialen Kontakte und mein Selbstbild. Vielleicht finden sich einige darin wieder – vielleicht zeigt es aber auch, wie tiefgreifend psychische Erkrankungen unser Leben verändern können.
Wenn einen die Depression erst einmal fest im Griff hat, wirkt sich das – wie in meinem Fall – meist auch auf das Liebesleben aus. Seit nun über fünf Jahren bin ich Single und habe auch gar keine Kraft, eine Beziehung zu führen. Ich fühle mich nicht gut genug, fühle mich als Last und kann so keine erfüllende Beziehung führen.
Jede Annäherung blocke ich ab
Sobald sich eine Frau mir etwas nähert, blocke ich auch schon gleich ab. Seit fünf Jahren habe ich keine wirkliche Lust auf Zärtlichkeiten, Beziehung oder Sex. Obwohl Sex für mich grundsätzlich etwas ist, das mir Freude bereiten kann, haben sich meine Depression und die Folgen früherer Traumata massiv auf meine vergangenen Beziehungen ausgewirkt. Ich habe mich nie gut genug gefühlt – als Partner, als Mensch – und dieses ständige Gefühl, eine Last zu sein, hat mich innerlich blockiert.
Werde ich jemals wieder lieben können?
Zurzeit kann ich mir überhaupt nicht vorstellen, dass ich jemals wieder Liebe und Zärtlichkeit zulassen kann. Es ist wie eine Blockade, die mich völlig lähmt. Sobald eine Frau mich näher kennenlernen möchte, blocke ich entweder ab oder melde mich nicht mehr bei ihr. Und das Schlimme daran ist, dass ich mich auf der anderen Seite irgendwie doch danach sehne. Es ist eine Sehnsucht nach Liebe, Sex und Zärtlichkeiten da, aber ich weiß, dass es einfach nicht funktionieren würde. Man fühlt sich so einsam – und sobald sich eine Frau mir annähert, kann ich es nicht mehr zulassen. Ich könnte in meinem jetzigen Zustand keine erfüllende Beziehung führen. Und Sex und Zärtlichkeiten ohne Liebe geht auch nicht – dafür bin ich einfach nicht der Typ.
Sozialer Rückzug
Wie ich schon in anderen Berichten schrieb, habe ich mich nun seit fast 15 Jahren sozial komplett zurückgezogen. Fast alles blocke ich ab, vergrabe mich zu Hause und ziehe mich vollkommen in meine eigene Welt zurück. Oft zerfrisst mich diese Einsamkeit, aber auf der anderen Seite wünsche ich sie mir auch. Einfach alleine sein, mich niemandem rechtfertigen, einfach ich selbst sein. Und wenn ich dann am Wochenende so hier sitze, dann klopft auch wieder diese schreckliche Einsamkeit an. Selbst unter Menschen fühle ich mich einsam und oft total unwohl. Es ist einfach ein totaler Teufelskreis.
Sex- und Liebesmagersucht
Nein, so kann ich nie im Leben eine Beziehung führen. Welche Frau möchte schon so ein „seelisches Wrack“ wie mich an ihrer Seite? Und selbst wenn es eine Frau probieren würde – ich könnte nie dieser Mann sein, den sich eine Frau wünscht. Als ich 2012 in der Hochgrat Klinik in Wolfsried war, sagte ein Therapeut zu mir, ich würde an einer Sex- und Liebesmagersucht leiden. Früher hieß es wohl frigide. Na dann werde ich nun meine Sex- und Liebesmagersucht pflegen und mein einsames Leben weiter fristen.
In diesem Sinne wünsche ich euch ganz liebe Grüße,
Euer
Patrick
Bild generiert mit AI von Microsoft Copilot

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