Ängste: Wenn die Angst zur Qual wird

Person sitzt allein in einem dunklen Raum, mit zusammengesunkener Haltung und leerem Blick – symbolisiert emotionale Belastung, Angstzustände und Isolation.

Manche Dinge im Leben lassen sich nicht in Worte fassen – und doch versuche ich es. Ich schreibe, weil das Schreiben mir hilft, Ordnung in das Chaos zu bringen, das sich manchmal in meinem Inneren breitmacht. In diesem Text geht es um etwas, das mich begleitet, wie ein Schatten: meine Ängste. Sie zeigen sich nicht immer auf die gleiche Weise, aber sie sind da – mal leise, mal laut. Vielleicht erkennt sich der ein oder andere darin wieder.

Ängste: Wenn die Angst zur Qual wird

Ich kann diese Angst nicht beschreiben. Sie ist einfach da, kommt und geht. Oft ist sie einfach nicht greifbar. Eine undefinierbare Angst. Doch eines ist sie für mich ganz gewiss: eine Belastung.
Meine Ängste sind so vielfältig, wie die Natur Pflanzen und Tiere hervorbringt. Sie ist nicht immer gleich. Und vor allem: Ich kann sie nicht fassen, nicht beschreiben, auch nicht deuten, warum ich in diesem einen Moment Angst bekomme. Oft ist sie mit Panik verbunden.

Wenn die Angst kommt, bin ich teilweise wie gelähmt. Mein Herz rast, die Beine zittern, oder ich werde total nervös, bekomme Bauchschmerzen, mir wird übel und ich renne vor der Situation, die mir Angst macht, davon.

Angst kann so vielfältig sein. Man kann Angst vor der Dunkelheit haben, vor Menschen, der Zukunft – ja, auch Angst, liebgewonnene Menschen oder Tiere zu verlieren. Klar hat jeder Angst davor, einen geliebten Menschen oder sein Haustier zu verlieren, aber diese Angst kann so stark werden, dass sie einen fast verrückt macht. Und dieses Gefühl habe ich immerzu. Ich nenne es Verlustängste.

Meine Verlustängste sind diejenigen Ängste, die bei mir – so empfinde ich es jedenfalls – am stärksten ausgeprägt sind. Sie machen mich verrückt, und ich kann in diesen Phasen keinen klaren Gedanken mehr fassen.

Zwei Beispiele:

1. Ich habe vor fast 17 Jahren meinen Kater bekommen. Mein Kater ist ein Wohnungskater ohne Freigang. Jeden Tag habe ich Angst, ihn zu verlieren. Der Gedanke, dass er sterben könnte, macht mich wahnsinnig. Ich versuche alles zu vermeiden, was ihm schaden könnte – und das sind oft auch Dinge, die für einen „gesunden“ Menschenverstand kaum noch nachvollziehbar sind. Wenn ich außer Haus bin, verfolgt mich diese Angst. In meinem Kopf kreisen Fragen wie: „Habe ich alle Kabel ausgesteckt, nicht dass er in ein Stromkabel beißt?“, „Habe ich wirklich alle Türen geschlossen, damit er nicht entwischt und überfahren wird?“ und so weiter. Ich kann dann keine klaren Gedanken mehr fassen. In mir baut sich ein so enormer Druck auf, dass ich es außer Haus nicht lange aushalte und nachsehen muss, ob es ihm gut geht.

2. Wenn ich jemanden anrufe – was ich wirklich nur sehr selten tue, weil ich Telefonieren hasse wie die Pest – und sich die Person, die mir sehr nahe steht, nicht meldet, kippt bei mir irgendwie ein Schalter um. Die Angst, dass etwas passiert sein könnte, macht mich wahnsinnig. Ich werde rastlos, mein Herz schlägt mir bis zum Hals, mir schnürt es die Brust zu, meine Beine sind weich wie Gummi, und meine Gedanken rasen von einer schlimmen Möglichkeit zur nächsten. Ich hänge dann oft ununterbrochen am Telefon, in der Hoffnung, dass ich beim nächsten Anruf endlich die Person erreiche. Auch Versuche, mich selbst zu beruhigen, scheitern oft an dieser enormen Angst. Natürlich kann ein Mensch nicht immer erreichbar sein. Aber diese Angst lässt mich dann einfach keinen klaren Gedanken mehr fassen. Oft geht es so weit, dass ich nur durch entsprechende Medikamente wieder etwas zur Ruhe komme. Und selbst die helfen nicht wirklich.

Diese Ängste haben mich auch schon sehr oft in Beziehungen belastet – und sicherlich auch meine damalige Partnerin.

Euer Patrick

(Bild wurde mit AI von Microsoft Copilot generiert)

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