Schlafstörungen: Wenn die Nacht zum Tag wird

Der Mond kurz vor Sonnenuntergang - Symbolbild für Schlafstörungen

In unserer Gesellschaft wird guter Schlaf oft als etwas Alltägliches betrachtet – dabei ist er für viele Menschen alles andere als selbstverständlich – dabei leiden etwa 6 Millionen Menschen in Deutschland an Schlafstörungen. In diesem Beitrag teile ich einen sehr persönlichen Teil meines Lebens: meinen jahrzehntelangen Kampf mit Schlaflosigkeit, innerer Unruhe und den tiefgreifenden Auswirkungen auf Körper und Seele. Es ist eine Geschichte von Müdigkeit, Erschöpfung, aber auch vom unermüdlichen Versuch, irgendwann doch noch Ruhe zu finden. Vielleicht erkennst du dich in manchen Zeilen wieder – oder findest ein neues Verständnis für das, was andere im Verborgenen durchleben.

Wenn die Nacht zum Feind wird

Schon in meiner Kindheit war der Schlaf kein verlässlicher Freund. Nächte waren selten ruhig – stattdessen begleitet von stundenlangem Wachliegen und unruhigem Aufwachen. Was als leiser Begleiter begann, entwickelte sich über die Jahre zu einer allgegenwärtigen Belastung: Schlafstörungen wurden meine ständigen Begleiter.

Besonders als ich noch berufstätig war, raubten mir Einschlafprobleme die Kraft für den nächsten Tag. Manchmal lag ich die ganze Nacht wach und funktionierte am Morgen nur noch mechanisch. Je mehr Stress sich tagsüber aufbaute, desto weniger fand ich abends Ruhe. Mein Kopf war voller Gedanken, die sich unaufhaltsam im Kreis drehten – Aufgaben, Erwartungen, Zweifel. Das Gedankenkarussell hielt mich wach, begleitet von einer inneren Unruhe, die kaum auszuhalten war.

Schlafstörungen – Wenn Körper und Seele nicht mehr zur Ruhe finden

Die Schlafprobleme blieben nicht folgenlos: körperliche Beschwerden wie Kopfschmerzen, Magenschmerzen und anhaltende Nervosität kamen hinzu. In besonders schweren Phasen sogar Haarausfall. Ich suchte Hilfe – zunächst beim Hausarzt, dann beim Psychiater. Medikamente wie Amitriptylin, später Citalopram und Mirtazapin brachten vorübergehende Linderung, aber keine echte Erholung. Immer wieder wurde die Medikation angepasst, kombiniert, erhöht – doch das Tief schien immer näher zu rücken.

Mit der Zeit kamen zu den Schlafstörungen auch eine zunehmende Depression und massive Erschöpfung. Medikamente wie Zopiclon, Tavor und Valdoxan sollten helfen, zumindest etwas Ruhe zu bringen. Manchmal funktionierte das – aber der Preis war hoch: Eine Abhängigkeit von Zopiclon und Benzodiazepin, Benommenheit am Tag, ein dumpfes Gefühl von innerer Leere und das Wissen, dass ohne Unterstützung kaum noch Schlaf möglich war.

Der Wunsch nach einem ganz normalen Leben

Seit Jahren fehlt mir ein erholsamer Schlaf. Die Nächte kehren sich gegen mich, während ich mir nichts sehnlicher wünsche, als einfach nur zu schlafen – so wie andere es scheinbar mühelos tun. Ich wünsche mir ein Leben mit mehr Leichtigkeit, mit mehr Energie, mit stillen Nächten und hellen Tagen. Doch das bleibt mir verwehrt.

Zur Zeit nehme ich noch folgede Medikamente:

  • Mirtazapin 30mg
  • Melperon 25mg (mehr geht einfach nicht, sonst bekomme ich übelstes Herzrasen)
  • Chlorprothixen 15mg (als Bedarf; auch da kann ich nicht mehr nehmen und vor allem nicht jede Nacht, sonst bekomme ich auch wieder Herzrasen)

An alle, die ähnliches durchmachen: Passt gut auf euch auf!

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