
In mir drin ist es kalt, sehr kalt. So kalt wie im tiefsten sibirischen Winter. Meine Seele und mein Körper scheinen komplett eingefroren. Keine Gefühle – nichts, nur Totenstille und diese vielen schlechten Gedanken. Alles Symptome einer schweren Depression, die mich schon seit ich denken kann begleitet.
Depression und der tägliche Kampf gegen mich selbst
Ich fühle keine Freude mehr, fühle keine Trauer, nur diesen Schmerz. Es ist, als ob ich tot wäre und nur noch meine Hülle umherwandert. Und doch tobt in mir ein Sturm, ein Sturm des Krieges. Ein Krieg, der mich innerlich zerfrisst, der gegen mich gerichtet ist. Ich hasse mich selbst, ich hasse alles um mich herum, ich hasse Menschen die mir weh tun, ich hasse vor allem mein Leben.
Es ist, als ob eine Atombombe in mir gezündet wurde, die alles zerstörte. Jedes Leben in mir drin, jedes Gefühl. So wie eine Atombombe alles um sich herum verbrennt und zerstört, so hat eine Atombombe alles in mir zerstört. Meine Seele kämpft einen Krieg gegen mich und meinen Körper, den ich wohl nie gewinnen kann. Ich bin einfach erstarrt, kalt wie ein Eisklotz – völlig ohne Leben. Die Schmerzen, die ich spüre, sind körperliche Schmerzen, die von meiner kranken Seele, die Krieg gegen mich führt, ausgelöst worden sind. Es sind Schmerzen die sich in mich hineinbohren wie kalter Stahl. Sie bohren sich in mich hinein, zerstören mich und machen mich kaputt.
Genauso die vielen schlechten Gedanken. Gedanken an früher, an Erlebtes, Gedanken die mich nicht loslassen – und vor allem der Hass, der Hass gegen mich selbst. Ich hasse mich so sehr, dass ich davon überzeugt bin, dass ich kein normales Leben verdient habe. Ich glaube, ich führe Krieg gegen mich selbst, gegen meine Seele, genauso wie meine Seele Krieg gegen mich führt. Ein Moment und die Bombe platzt – sie geht hoch und zerstört alles um mich herum.
Depressionen zerstörten mein ganzes Leben
Die Depression hat mein ganzes Leben zerstört. Sie hat meine Selbstständigkeit als Kleintransportunternehmer zerstört, mein Leben zerstört, mein Selbstbild, meine Familie, meine Freundschaften, mein soziales Leben, meine Freude an meinen Hobby´s – einfach alles. Dieser Krieg kam von heute auf morgen, obwohl die Depression schon seit meiner Kindheit da ist. Aber da war es noch ein kalter Krieg, jetzt ist es wie ein Atomkrieg ohne Erbarmen.
Ich habe die Hoffnung aufgegeben, dass ich jemals diesen Krieg gewinnen kann. Die Hoffnungslosigkeit hält immer mehr Einzug, wie die Kriegstruppen in feindlichem Gebiet. Ich bin fest davon überzeugt, dass ich den Kampf gegen die Depression nie gewinnen kann. Und trotz dass ich die weiße Fahne schon lange gehisst habe, wollen die Dämonen in mir nicht aufhören, mich zu bekriegen. Dieser seelische Krieg zerstört mich völlig und ich weiß nicht mehr, wie lange ich gegen die feindlichen Truppen noch ankämpfen kann, denn meine Kraft ist so langsam völlig am Ende.
Der erschöpfende Kampf gegen die Depression – und wie lange halte ich das noch durch?
Für was und wen führe ich noch diesen Krieg gegen meine Seele? Für meinen kleinen Schatz – mein Kater. Aber wie lange dieser Soldat die Gegenwehr gegen die Depression und die komplexe posttraumatische Belastungsstörung noch führen kann, weiß niemand – das weiß selbst ich nicht.
Und so kämpft meine Seele und mein Körper diesen Krieg gegen mich, bis ich nicht mehr kann. Einen sinnlosen Krieg. Oder führe ich selbst diesen Krieg gegen mich? Bin ich derjenige, der diesen Krieg führt? Zerstöre ich mich selbst, zerstöre ich mich mit diesen zwanghaften Gedanken? Zerstöre und zermürbe ich mich selbst mit diesen schlimmen Erinnerungen? Ich weiß es nicht. Ich fühle nur, dass meine Seele voller Leid und voller Hass gegen mich selbst ist und dass ich nichts mehr fühle.
Eigentlich hat der Krieg meiner Seele und meines Körpers schon längst gegen mich gewonnen, denn ich fühle mich eiskalt und tot – nur die Maschine läuft noch. Mehr eben nicht. Das Einzige was ich noch weiß, ist, dass ich meinen Kater liebe und ihn am liebsten niemals verlieren möchte. Aus diesem Grund führe ich diesen Verteidigungskrieg gegen meine Seele, die gegen mich kämpft. Aber mein Kater ist auch schon fast 17 und irgendwann muss er gehen. Ich darf gar nicht daran denken, dann zerreißt es mir das Herz. Aber ich weiß, dass dieser Zeitpunkt irgendwann kommen wird. Dann wird es eng, dann ist meine stärkste Waffe gegen diesen Krieg gefallen.
Zwischen Wunsch und Wirklichkeit
Ich wünsche mir, als Held aus diesem Kampf zu kommen – aber als Held werde ich mich nie fühlen können. Zu sehr hasse ich mich selbst, zu sehr fühle ich mich als Versager und Verlierer. Niemand wird mir diese Gedanken nehmen können.
Und so führt meine Seele und mein Körper weiter Krieg gegen mich und ich versinke in dieser scheiß Depression, wie ein zerbombtes Kriegsschiff auf dem Ozean. Diesen Krieg werde ich wohl nie gewinnen, denn wer einmal so tief in das Dunkle geschaut hat, der wird diesen Abgrund nie vergessen können.
Euer Patrick
(Bild wurde mit AI von Microsoft Designer generiert)

Schreibe einen Kommentar